Chinesische Astrologie

Bevor das westliche Sonnenkalendersystem eingeführt wurde, folgte China ausschließlich dem Mond- bzw. Lunarkalender, welcher die Zeiten zum Anpflanzen und Ernten, sowie für festliche Gelegenheiten bestimmt. Auch wenn die Leute in China inzwischen den westlichen Kalender für die gängigsten Angelegenheiten des täglichen Lebens verwenden, dient das alte System immer noch als Grundlage um zahlreiche jahreszeitenabhängige Ferien und Feiertage zu bestimmen. Diese Koexistenz der beiden Kalendersysteme wurde schon lange von der chinesischen Bevölkerung akzeptiert.

Wichtige Aspekte der chinesischen Astrologie sind der Mondkalender mit den Lunarmonaten, die Erdzweige, die Elemente, Yin und Yang, die Himmelsstämme, die Gebiete, die Häuser und schließlich die Wundertiere.

Lunarmonat

Die Dauer eines Lunarmonats wird durch die Zeitspanne bestimmt, welche der Mond benötigt um eine vollständige Umkreisung durchzuführen. Diese beträgt 29,5 Tage, was ein Mondjahr um ganze 11 Tage kürzer macht als das sonnenbasierte Gegenstück. Dieser Unterschied wird alle 19 Jahre wieder gutgemacht, indem 7 Lunarmonate hinzugefügt werden. Die 12 Lunarmonate sind weiter aufgespalten in 24 Sonnenunterteilungen, welche durch die 4 Jahreszeiten und die Zeiten von Hitze und Kälte bestimmt werden und alle eine enge Beziehung zum jährlichen Zyklus der Landwirtschaft pflegen.

Der chinesische Kalender ist wie der hebräische Kalender ein kombinierter Kalender, der danach strebt seine Jahre im Einklang mit dem tropischen Jahr zu haben und seine Monate entsprechend mit den synodischen Monaten. Es ist nicht verwunderlich, dass es ein paar Ähnlichkeiten zwischen dem chinesischen und dem hebräischen Kalender gibt: Ein einfaches Jahr hat 12 Monate, ein Schaltjahr hat 13 Monate. Ein einfaches Jahr hat 352, 354 oder 355 Tage, ein Schaltjahr hat 383, 384 oder 385 Tage. Wenn man bestimmen möchte wie das chinesische Jahr aussieht, muss man erst eine Reihe von astronomischen Berechnungen durchführen:

Zuerst wird der Termine für den Neumond bestimmt. Neumond ist der vollständige schwarze Mond, nicht die erste sichtbare Mondsichel, welche im islamischen und hebräischen Kalender benutzt wird. Das Datum eines Neumondes ist der erste Tag des neuen Monats.

Erdzweige

Der chinesische Tierkreis besteht wie auch der Zodiak aus 12 Zeichen, die jedoch Erdzweige oder auch Tierzeichen genannt werden. Dieses umfangreiche System hat seine Ursprünge noch vor dem Buddhismus. Die zwölf Erdzweige wurden als erstes erschaffen und es wird davon ausgegangen, dass sie ursprünglich dazu benutzt wurden um Anbau und Ernte vorherzusagen. Die 12 Erdzweige lauten wie folgt: Affe, Büffel, Drache, Hahn, Hase, Hund, Pferd, Ratte, Schlange, Schwein, Tiger und Ziege.

Es ist sehr wichtig daran zu denken, dass das chinesische Neujahr auf einen anderen Tag fällt als das westliche Neujahr. Auch wenn China den westlichen Kalender anerkennt, verwenden sie ihn nicht für die traditionelle chinesische Astrologie. Die Chinesen legen ihre Feiertage, Feierlichkeiten und astrologischen Ereignisse anhand ihres traditionellen Kalenders fest. Ebenso basiert das chinesische Neujahr auf dem Fluss der Zyklen. Es ist nicht jedes Jahr der gleiche Tag oder das gleiche Datum, sondern fällt immer irgendwo in den Monat Januar oder Februar. Aus diesem Grund haben viele Leute die in einem dieser beiden Monate Geburtstag haben gegebenenfalls falsche Auswertungen.

Elemente - Yin und Yang

Laut der 5-Elemente-Lehre der chinesischen Astrologie hat alles seinen Ursprung in einem der Elemente zu welchen Holz, Feuer, Erde, Metall und Wasser gehören. Diese Elemente beeinflussen die Eigenschaften und Merkmale, welche einer Person durch das Tierzeichen verliehen werden. Anhand der letzten Zahl in ihrem Geburtsjahr, können Sie Ihr Element bestimmen.

Jedes Element hat eine zweijährige Dauer, so dass ein Jahr im Yin und das andere im Yang steht. Das Yin oder Yang einer Person wird somit ebenfalls durch das Geburtsjahr, basierend auf dem chinesischen Kalender entschieden. Die Jahre welche mit einer geraden Zahl (0, 2, 4, 6, 8) enden sind Yang und ungerade Jahre (1, 3, 5, 7, 9) sind Yin.

Yin ist passiv, weiblich und empfänglich während Yang aggressiv, männlich und forschend ist. Die verschiedenen Umsetzungen dieser zwei entscheidenden Kräfte in Natur, Plätzen, Organisationen, Ereignissen und bei der Menschlichkeit ist ein ständiges Streben zum Erreichen eines Gleichgewichtes. Durch diese Sichtweise können beide in Harmonie zusammenarbeiten, anstelle sich entgegenzustehen oder einander aufzuheben. Sie formt zudem die Grundlage vieler fernöstlicher Traditionen und andere Einflüsse in der chinesischen Gesellschaft wie zum Beispiel das Feng Shui.

Himmelsstämme

Später wurden die 10 Himmelsstämme auf der Grundlage des chinesischen Mythos, dass die Erde 10 Sonnen hat erschaffen. Von jeder Sonne wurde angenommen, dass sie jeden Tag in einer bestimmten Reihenfolge aufgehen würde. Die 10 Himmelsstämme wurden während der Shang Dynasty als Kennzeichnung dieses Kreislaufes erschaffen.

Heute überlagern diese Symbole die 12 Erdzweige und sind entscheidend sowohl für den chinesischen Kalender als auch den chinesischen Tierkreis. Im Tierkreis hat jeder Himmelsstamm sowohl einen Yin als auch eine Yang Ausrichtung und jeder Stamm hat eine Beziehung zu seinem Element.

Gebiete

Die Astrologen im alten Chinia teilten ihren Himmel in 31 Sektionen bzw. Regionen ein. Die drei Sektionen, welche den nördlichen Himmelspol bilden werden die drei "Gebiete" genannt. Die Sterne in diesem Bereich können zu jeder Zeit über das ganze Jahr hinweg gesehen werden. Jedes der Gebiete hat einen Namen und beherrscht einen speziellen Bereich am Nachthimmel.

Die drei Gebiete sind das purpurne verbotene Gebiet, das Gebiet des höchsten Palastes und das Gebiet des himmlischen Marktes. Das erste Gebiet umfasst den ganzen Norden des Himmels, es liegt aus Sicht der chinesischen Sterndeuter in seinem Zentrum. Das zweite Gebiet liegt östlich und nördlich und das Gebiet des himmlischen Marktes liegt westlich und südlich dieses (chinesischen) Himmelszentrums.

Häuser

Die restlichen 28 Regionen gehören zusammen und werden als "Häuser" bezeichnet. Zusammen spiegeln diese Bereiche die Bewegungen des Mondes im Lunarmonat wieder. Jeder sichtbare Stern am Himmel wird einer der 283 Sterngruppen zugeordnet. Der Name eines Sterns setzt sich zusammen indem man den Namen der zugeordneten Sternengruppe und die Anzahl der Sterne nimmt.

Die 28 Häuser werden wiederum unterteilt in die "Vier Wundertiere". Jedes dieser 4 Symbole enthält die gleiche Anzahl an Häuser und wird "Blauer Drache des Ostens", "Schwarze Schildkröte des Nordens", "Weißer Tiger des Westens" und "Roter Vogel des Südens" genannt.

4 Wundertiere

Wie eben erwähnt wurde gehören zu jedem der 4 Wundertiere 7 Häuser und jedes Symbol steht für eine Jahreszeit und eine Himmelsrichtung. Die 7 Häuser sind nach verschiedenen Körperteilen und Organen des jeweiligen Tieres benannt. So lauten die Häuser für den Drachen zum Beispiel Horn, Hals, Wurzel, Raum, Herz, Schwanz und Getreidekorb. Der Blaue Drache repräsentiert die Jahreszeit Frühling und den Osten. Es besteht keine Beziehung zwischen dem blauen Drachen des Ostens und dem mythologischen gelben Drachen des Kaisers.

Der rote Vogel des Südens stellt den Sommer und den Süden dar. Diese Figur wird nicht nur in der chinesischen Astrologie, sondern auch in zahlreichen japanischen Cartoons und Comics verwendet. Die Häuser lauten Quelle, Erdgeist, Weide, Stern, ausgeworfenes Netz, Flügel und Wagen.

Der weiße Tiger des Westens ist das dritte Symbol der Konstellationen, welche in der chinesischen Astrologie verwendet werden. Er repräsentiert den Herbst und den Westen. Der Weiße Tiger wird durch die Häuser Beine, Band, Bauch, haariger Kopf, Netz, Schildkrötenschnabel und drei Sterne gebildet.

Die schwarze Schildkröte des Nordens wird auch oft schwarzer Krieger des Nordens genannt und repräsentiert den Winter, sowie den Norden. Die Häuser der schwarzen Schildkröte sind Kelle, Ochse, Mädchen, Leere, Giebel, (Zelt-)Lager und Mauer.